Schon lange trug ich den Gedanken einer Zine Library mit mir herum. Aber irgendwie fehlte immer der Startpunkt, um wirklich loszulegen. Im Februar/ März 2026 war es dann soweit: ich habe nach einem bestimmten Zine gesucht, in dem es um positive Zukünfte und deren Gestaltung geht. Anfangs war ich mir nicht sicher, ob ich es überhaupt in meiner Sammlung oder ob ich es nur online gesehen habe. In den Tiefen der Zine-Kisten konnte ich es dann doch finden:

Mein erster Impuls war, mir eine Excel-Tabelle anzulegen und alle Zines aus meiner Sammlung einzupflegen. Da ich jedoch in der Wissenschaft arbeite und hier mit Zotero, einem Literaturverwaltungsprogramm, arbeite, dachte ich mir: warum nicht mein privates Zotero (Sachbücher und Belletristik) und mein berufliches Zotero (wissenschaftliche Artikel, Sachbücher,…) synchronisieren? Und noch eine weitere Sammlung in Zotero für Zines anlegen?! Dann habe ich alles an einem Ort: auf den Rechnern und auf dem Smartphone.
Zotero
Mit Zotero, einem Literaturverwaltungsprogramm, lassen sich Literatur, Informationen, Notizen und dazugehörige Dokumente sammeln und organisieren. Für einen ersten Eindruck von Zotero empfehle ich den Blogbeitrag „Einstieg in die Literaturverwaltung“ auf tub.torials.
Die Zotero-Synchronisierung über die verschiedenen Geräte lief einwandfrei und die „ZINEtero„-Sammlung war auch als Untersammlung in der „All about Zines, Baby“-Sammlung schnell angelegt. Mit „ZINEtero“ gab es auch schnell einen schönen Titel für das Projekt. So weit, so gut.

Zines sind quasi der Albtraum für klassische Katalogisierungssoftware.
Von Anfang an war mir klar, dass ich die Zines nicht „einfach so“ einpflegen kann. Dass es allerdings so sperrig wird, damit hatte ich nicht gerechnet. Begonnen habe ich mit der Eintragsart „Dokument“, da ich dachte, dass ich hier am flexibelsten bezüglich der Eingabefelder bin. Und das Ergebnis war… ernüchternd.
Eintragsart bei Zotero
Im Literaturverwaltungsprogramm Zotero muss bei Anlegen eines neuen Eintrags eine „Eintragsart“ ausgewählt werden. Je nach Eintragsart gibt es vordefinierte Standardfelder, die ausgefüllt werden können.
Beispiele möglicher Eintragsarten: Buch, Zeitschriftenartikel, Blog, Film, E-Mail,… .
Ich musste zu viele Kompromisse bei den auszufüllenden Feldern machen. Also habe ich mir die Eintragsarten nochmals durchgeschaut. Irgendwie muss ich doch meine Zines in Zotero bekommen! Und der Name „ZINEtero“ war einfach zu gut, als dass es nicht klappen könnte. Nach dem Vergleich bin ich bei der Eintragsart „Buch“ gelandet. Die ersten Zines konnte ich noch ganz gut aufnehmen und habe ein paar Felder einfach umgenutzt. Im Endeffekt war es jedoch zu unintuitiv. Eine Excel-Tabelle wollte ich aber nicht anlegen.
Nach einem Beitrag im Forum der Zotero-Community und einer ernüchternden Antwort darauf habe ich ZINEtero erstmal ruhen lassen.
Ende April konnte ich mir aus der Uni-Bibliothek das Buch „Zines in Libraries“ von Lauren DeVoe und Sara Duff ausleihen, das mir ein Kollege aus der Bibliothek empfohlen hatte. Und dieses Buch (ich muss leider schon wieder darüber schwärmen) hat wirklich viel geändert und mein Verständnis vom Katalogisieren von Zines deutlich geschärft. Ich habe mir den xZINECOREx-Metadatenstandard angeschaut, wozu es natürlich auch ein Zine gibt. Und so sehr mir der Projektname „ZINEtero“ gefällt, nach dieser Lektüre habe ich mir (doch) eine Excel-Tabelle mit den xZINECOREx-Metadaten angelegt:
| Metadaten | Beschreibung |
| Title | Titel des Zines; „Volume/ Issue“ habe ich als extra Feld angelegt. |
| Creator | Wer das Zine gemacht hat; auch Autor*in/ Zinester*in/ Kollektiv. |
| Subject(s), Genre(s) | Grob: worum gehts im Zine? Bei xZINECOREx basiert dies auf der Anchor Archive Zine Library; auf zinelibraries.info gibt es weitere Auflistungen. |
| Volume/ Issue | Getrenntes Feld vom Titel: Ausgabe oder Reihe oder auch Zine-Bundle werden vermerkt. |
| Content Description | Beschreibung des Inhalts des Zines. |
| Publisher | Kann di*er Autor*in sein, dann lasse ich das Feld leer; oder eben über eine*n Herausgeber*in. |
| Contributors | Hier trage ich Personen ein, die z. B. einen Beitrag zum Zine geleistet haben, aber eben nicht (Haupt-) Autor*in oder Herausgeber*in sind. |
| Date (of publication) | Jahresangabe, wann das Zine veröffentlicht wurde. |
| Physical description | Hier beschreibe ich das Zine: Papier(-art), Collagenzine oder hauptsächlich Text usw. . Für das Format des Zines habe ich ein weiteres Feld „Format“ der Übersicht halber eingefügt. |
| Dieses Feld nutze ich als Signaturfeld für die HZL, da die Zines aus der HZL nicht im ZineCat landen. | |
| Language(s) | Sprache, in der das Zine verfasst ist. |
| See also | Querverweis zu weiteren Zines der*des Autor*in oder zu Pseudonymen. |
| Place of publication | Hier versuche ich Stadt und Land anzugeben, sofern möglich. |
| Freedoms and restrictions | Hier gebe ich an, ob es ein Copyright oder eine z. B. Creative Commons Lizenz auf das Zine gibt. |
| Zusätzlich hinzugefügte Felder: | |
| Format | In xZINECOREx wird das Format unter der „physical description“ geführt. Ähnlich wie mit „Volume/ Issue“ sind mir das aber zu viele Informationen in einem Feld. Daher gibt es das zusätzliche Feld „Format“, in dem ich z. B. vermerke „Minizine (7,5 x 10,5 cm)“. |
| Seitenanzahl | Hier notiere ich die Seitenanzahl (inkl. Cover und Rückseite) des Zines. |
| Zustand | Da die Zines auch gelesen und durchgeblättert werden dürfen, notiere ich den anfänglichen Zustand des Zines. |
| Besonderheiten | Hier werden z. B. besondere Faltungen erwähnt oder z. B. bei Minizines, wenn die Rückseite ebenfalls bedruckt ist. |
| Herkunft des Zines + Datum | Woher habe ich das Zine? Zusätzlich notiere ich das Datum des z. B. Zinefests oder der Bestellung. |
| Zine erhalten am | Wann kam das Zine bei mir an? Kann mit dem Datum der Herkunft identisch sein, muss aber nicht. |
| Eingepflegt am | Ist selbsterklärend: wann wurde das Zine in den Katalog aufgenommen? |
| Notiz | Momentan steht hier als Notiz bei einem Großteil der Zines „Cover noch nicht eingescannt“. |
Einige Felder lassen sich eigentlich immer ausfüllen, andere bleiben leer (z. B. bleibt „Publisher“ oft leer) oder erhalten „n. a.“ als Notiz, wenn die entsprechenden Informationen nicht vorliegen. Beispielsweise beim Publikationsdatum oder auch beim Copyright nutze ich „n. a.“ anstatt das Feld leer zu lassen.
Zunächst arbeite ich mit der Excel-Tabelle weiter. Diese werde ich in reduzierter Form als PDF-Datei veröffentlichen und plane sie 1x monatlich zu aktualisieren; ähnlich wie Karin Abel dies vor Ort in der Austin Public Library macht. Die Beschreibung findet sich auf Seite 23 im Buch Zines in libraries im Beitrag „Zine Collection Development“ von Karin. Für interessierte Institutionen gibt es auf Anfrage die komplette Tabelle mit allen Datenfeldern.
Gleichzeitig steht die Auseinandersetzung mit „Omeka“ auf der want-to-do-Liste; da ich das gesamte Projekt jedoch in meiner Freizeit wuppe, kann ich noch nicht absehen, wann ich die Software testen werde. Und, was mich aktuell viel mehr umtreibt, ist die Frage nach der Signatur und der Sortierung der Sammlung sowie dem Spagat zwischen Archivierung und Präsentation. Es gibt also noch einiges zu tun.
Quellen:
DeVoe, Lauren, und Sara Duff, Hrsg. 2022. Zines in libraries: selecting, purchasing, and processing. Chicago: ALA Editions.
Milo@qzap.org. 2013. xZINECOREx an Introduction. Milwaukee.
Anchor Archive Zine Library. 2024. Zine Subject Thesaurus. https://anchorarchive.org/node/13357 (aufgerufen am 25.08.2026)
Zinelibraries.info. Subjects/genres/categories for organizing zine libraries. https://www.zinelibraries.info/running-a-zine-library/categories/ (aufgerufen am 25.08.2026)
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